Alexandertechnik-Unterricht

Die Alexandertechnik ist eine selbstwirksame Methode zur Befreiung von einengenden Spannungs-, Bewegungs- und Reaktionsmustern.
Das gewohnheitsmäßige, alltägliche Tun untergräbt oftmals die natürliche Leichtigkeit und führt zu einer übermäßigen muskulären Anspannung, die langfristig zu Funktionstörungen , chronischen Schmerzen und Krankheiten führen kann.
Mit Hilfe der Alexandertechnik kann man sich  diese übermäßigen Anspannungen bewusst machen und reduzieren, damit sich der Organismus wieder frei ausdehnen und optimal funktionieren kann.

Alexandertechnik-Unterricht für Musiker

Die Alexandertechnik lässt sich in besonderer Weise auf Musiker anwenden, da sich jede Verbesserung der Bewegungsqualität unmittelbar im Klang am Instrument widerspiegelt.

Musiker verbringen in der Regel täglich viele Stunden mit Ihrem Instrument und beschäftigen sich dabei sehr intensiv mit instrumental-technischen und inhaltlich-musikalischen Fragen. Dabei wird oftmals der Umgang mit dem eigenen Körper vernachlässigt, der das eigentliche Instrument eines jeden Musikers ist, sodass sich über die Jahre Überlastungen des Bewegungsapparates und einengende Spannungsmuster einstellen können, die ein nachhaltiges, erfolgreiches und genussvolles Musizieren auf professionellem Niveau erschweren und verhindern.

Mit Hilfe der Alexandertechnik lernen Musiker sich von einschränkenden Bewegungs-, Reaktions- und Spannungsmustern zu befreien und können somit die instrumental-spezifischen Bewegungsabläufe bei voller Entfaltung des Klangpotentials optimieren und ökonomisieren. Durch die daraus resultierende Freiheit der Atem- und Rippenbewegung stellt sich ein natürlicher Spielfluss ein und das Instrumentalspiel gewinnt an Leichtigkeit, Lebendigkeit und Ausdrucksvermögen.

Stundentarif 40 Euro (60 Min)

AT-Studio in Mitte

Brunnenstr. 152 2.HH links

10115 Berlin

Bei Interesse können sie mich gerne kontaktieren:

0176-96379242

 

Atemschulung für Bläser

Falsche Vorstellung vom Ablauf der Atembewegung

Viele Saxophonisten sind bestrebt tief in den Bauch zu atmen, um einen vollen Klang zu erzielen und auch längere Phrasen mühelos spielen zu können. Dabei entwickeln sie oftmals eine falsche Vorstellung vom Ablauf der Atmung  im Körper. Der eigentliche Antrieb für die Atembewegung ist nicht das Einziehen der Luft, sondern die Erweiterung und Verengung des Brustraums mittels Zwerchfell- und Rippenbewegung , die einen Über- bzw. Unterdruck in den Lungen bewirkt, gleichsam wie bei einem Blasebalg. Die Luft kommt also von selber, da sie naturgemäß bestrebt ist  Druckgefälle auszugleichen. Das schädliche und weit verbreitete Einsaugen und Einziehen der Luft bewirkt eine Verengung der oberen Atemwege, eine übermäßige Anspannung im Brustkorb, Kehlokopf und Kiefergelenk, ein Drücken des Kehlkopfes und der Zunge nach unten, sodass die Rippen- und Zwerchfellbewegung beinträchtigt wird, die Luft nicht mehr frei fließen kann und  eine freie Tongebung nicht mehr möglich ist. Wird der Aufmerksamkeitsfokus jedoch auf die Rippen- und Zwerchfellbewegung gelenkt, so kann der gesamte Mund- , Nasen- und Kehlkopfbereich frei und offen bleiben, inklusive Kiefergelenk und Zunge, die essentiell an der Tongebung mitbeteiligt sind.

Da sich die Lungenlappen nach hinten und zur Seite hin erweitern, ist das von der Zwerchfell- und Rippenbewegung erzeugte Ausdehnungspotential im Rücken und Flankenbereich gößer als im vorderen Bereich. Deshalb ist es sinnvoll den Rücken und die Flanken aktiv in den Atmungsvorgang einzubeziehen, zumal sich die Rippengelenke direkt an der Brustwirbelsäule befinden, anstelle einer einseitigen Bauchatmung, die in der Regel ein Hohlkreuz begünstigt und die hinteren und seitlichen Lungenlappen vernachlässigt.

 

Atemdynamik und -Potential versus “Sich-vollmachen-mit-Luft”

Da es bei der Atmung nicht darum geht möglichst viel Luft zu horten und anzusammeln, sondern um ein stetigen und dynamischen Austausch von frischer, sauerstoffreicher Luft  (Einatmung) mit sauerstoffarmer, kohlendioxidreicher Luft (Ausatmung), ist das Einatempotential viel wichtiger als die Menge der eingeatmeten Luft. Je mehr Luft in der Lunge gehortet wird, desto höher wird der Spannungstonus im Brustkorb, und desto schwieriger wird es die Luft wieder auszuatmen, da jegliche Überspannung die natürliche Beweglichkeit des Zwerchfells und der Rippen beeinträchtigt. Durch das Vollpumpen mit Luft sammelt sich immer mehr verbrauchte Luft in den Lungen an, sodass schließlich trotz gefüllter Lungen der Körper mit Sauerstoff unterversorgt ist. und die Luft nur unter Anstrengung wieder ausgeatmet werden kann.

Es ist deshalb sehr hilfreich die Ausatmung zu betonen, da die Einatmung von selbst geschieht , wenn zuvor vollständig ausgeatmet wurde.(Um ein Glas Wasser zu füllen muss man es vorher erst einmal leeren)  Der Einatmungsvorgang ist dabei immer vollständig geräuschlos, ohne Anstrengung und vollzieht sich durch die Nase.

Sobald ein saugendes, nach Luft schnappendes Geräusch während des Einatemvorgangs auftritt, ist das ein Zeichen dafür, dass die oberen Luftwege verengt werden und der natürliche Atemvorgang behindert wird.

 

Praktische Schlussfolgerungen für den Saxophonunterricht

In meiner nun 15 jährigen Beschäftigung mit dem komplexen und vielschichtigen Thema  Atmung bin ich nach vielen Irrtümern und Sackgassen durch das Studium der Alexander-Technik  zu folgenden Einsichten  gelangt, die sich auch sehr vorteilhaft auf das Saxophon-Spielen und – Unterrichten anwenden lassen:

-Die Arbeit mit der Atmung sollte immer völlig geräuschlos und ohne Anstrengung vonstatten gehen. Sobald der Atem hörbar angestrengt klingt oder die Luft beim Einatmen hörbar eingezogen wird, ist eine natürliche Atemfunktion nicht mehr gewährleistet. Im Unterricht ist es sehr hilfreich den Aufmerksamkeitsfokus auf die Qualität und den Klang des Einatmens zu lenken. Je weniger angestrengt der Einatem ist, desto weicher und voller wird der Saxophon-Klang. Das konnte ich bei mir selbst und bei meinen Schülern schon oft erleben und erfahren.
– Da sich die Rippengelenke an der Brustwirbesäule befinden, ist ein ausgerichteter, weiter Rücken eine Grundvoraussetzung, um den nötigen Raum für eine freie Atem- und Rippenbewegung zu schaffen. Der Kopf und das Steißbein bilden das obere und untere Ende der Wirbelsäule und haben somit einen besonders starken Einfluss auf die Gesamtausrichtung des Rückens. Um Länge und Weite im Rücken herzustellen, sollte der Kopf nach vorne und oben tendieren, und das Steißbein nacht unten fallen, damit sich die Wirbelsäule dazwischen ausdehnen kann.  Meistens ist es hierzu notwendig, den Schwerpunkt beim Stehen von den Fersen mehr nach vorne auf die Fußmitte zu verlagern und die Knie neu auszurichten (sollten nicht durchgedrückt, sondern frei beweglich sein). Daurch kann ein übermaßiger Spannungstonus in den Beinmuskeln gelöst werden, was wiederum mehr Raum im unteren Rücken bewirkt, der muskulär eng mit den Beinen verbunden ist

 

 

 

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